Zimmeralpenveilchen

Das Zimmeralpenveilchen (botanisch: Cyclamen persicum) ist ein treuer Begleiter, insbesondere in der dunklen und kalten Jahreszeit.

Hinweis: Zimmeralpenveilchen sind giftig

Kurz und Knapp:

Winterhart: bedingt bei einem geschützten Platz bis -2 Grad (meine Erfahrung)

Standort:hell und kühl

Gießen: Mäßig gießen, bevorzugt von unten (in den Untersetzer), um die Knolle vor Staunässe zu schützen.

Düngen: Alle zwei Wochen mit einem flüssigen Blumendünger während der Wachstums- und Blütezeit (Herbst bis Frühling).

Nach der Blüte die Wasser- und Düngergabe stark reduzieren.

Pflanze ruhen lassen (meist im Sommer). An einem kühlen, trockenen Platz aufbewahren.

Vermehrung:

Samen gewinnen: Nach der Blüte bilden sich Samenkapseln. Diese ernten und trocknen lassen. Samen in Anzuchterde aussäen, leicht mit Erde bedecken und an einen kühlen (ca. 15 °C), schattigen Platz stellen. Feucht halten, Keimung erfolgt nach 4–8 Wochen.

Teilung: Bei älteren Pflanzen kann die Knolle vorsichtig geteilt werden. Beide Hälften müssen intakte Wurzeln und Triebknospen aufweisen.

Geschichte:

Das Zimmeralpenveilchen (Cyclamen persicum) hat eine lange Geschichte als Zierpflanze und wurde ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in Regionen wie Persien, Syrien und Griechenland, entdeckt. Dort wuchs es wild in felsigen, kühlen Landschaften und galt in der Antike als Symbol für Liebe und Schönheit. Schon die Griechen und Römer schätzten die Pflanze und verwendeten ihre Wurzeln teilweise in der Naturmedizin.

Im 16. Jahrhundert gelangte das Alpenveilchen nach Mitteleuropa, wo es zuerst in botanischen Gärten kultiviert wurde. Seine Beliebtheit stieg im Laufe der Jahrhunderte, insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert, als es vermehrt in den Häusern der wohlhabenden Bürger als Zimmerpflanze Einzug hielt.

Das heutige Zimmeralpenveilchen ist das Ergebnis intensiver Züchtungen, die im 19. Jahrhundert begannen. Ursprünglich war die Blütezeit des Cyclamens im Frühling, doch durch Zuchtarbeit entstanden Pflanzen, die auch in den Herbst- und Wintermonaten blühen. Zudem wurden zahlreiche Farbvarianten von Weiß über Rosa bis hin zu kräftigem Rot entwickelt, ebenso wie verschiedene Blütenformen (gewellt, gefranst) und Blattzeichnungen.

Cyclamen persicum wurde so zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen Europas. Seine Fähigkeit, in kühlen Innenräumen zu gedeihen und über die kalten Monate hinweg Farbe in die Häuser zu bringen, machte es zu einem festen Bestandteil viktorianischer Wintergärten.

Auch heute wird das Zimmeralpenveilchen weltweit geschätzt. Neben seiner Verwendung als dekorative Pflanze hat es in einigen Kulturen symbolische Bedeutung, etwa als Zeichen von Geduld und Ausdauer. Mit modernen Züchtungen, die noch robuster und vielfältiger sind, bleibt das Alpenveilchen eine der klassischen Pflanzen für die Herbst- und Winterzeit.

Naturmedizin:

Das Cyclamen persicum ist nicht nur eine beliebte Zierpflanze, sondern wird in der Naturmedizin auch wegen seiner heilenden Eigenschaften geschätzt. Allerdings sollte die Anwendung mit Vorsicht erfolgen, da die Pflanze auch giftige Substanzen enthält. Hier sind einige Hinweise zu ihrer Nutzung:

Inhaltsstoffe:

  • Saponine: Diese Verbindungen wirken schleimlösend und entzündungshemmend, sind aber in größeren Mengen toxisch.
  • Cyclamin: Ein Wirkstoff, der bei innerer Anwendung den Magen-Darm-Trakt reizen kann.

Anwendung in der Naturmedizin:

Das Zimmeralpenveilchen wird traditionell für die folgenden Zwecke verwendet:

  1. Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis):

    • Die Wurzel (Knolle) enthält Extrakte, die in verdünnter Form in homöopathischen Mitteln oder pflanzlichen Arzneimitteln genutzt werden. Sie sollen die Schleimproduktion fördern und die Nebenhöhlen entlasten.
    • Beispiele hierfür sind Präparate mit Cyclamen-Extrakt, die als Nasenspray oder Tropfen erhältlich sind.
  2. Hauterkrankungen:

    • In der Volksmedizin werden zerkleinerte Wurzeln äußerlich zur Behandlung von Hautirritationen oder Ekzemen verwendet. Dies ist jedoch aufgrund der potenziellen Reizwirkung riskant.
  3. Verdauungsbeschwerden:

    • Früher wurde die Pflanze manchmal zur Anregung der Verdauung verwendet. Aufgrund der Toxizität ist diese Nutzung heute weniger verbreitet.

Vorsichtsmaßnahmen

  • Giftigkeit: Alle Teile der Pflanze, insbesondere die Knolle, sind giftig, wenn sie roh konsumiert werden. Symptome können Erbrechen, Durchfall, Schwindel und sogar schwere Herz-Kreislauf-Probleme sein.
  • Homöopathische Verdünnung: Präparate mit Zimmeralpenveilchen sind in der Regel stark verdünnt und gelten bei sachgemäßer Anwendung als sicher.
  • Allergien: Einige Menschen können allergisch auf die Pflanze reagieren. Bei Hautkontakt kann es zu Reizungen kommen.

Fazit

Das Zimmeralpenveilchen ist ein interessantes Beispiel für die Kombination von Schönheit und Heilkraft. Für medizinische Anwendungen sollte man jedoch auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen und sich von einem Experten beraten lassen, um Risiken zu vermeiden.