Giersch
Giersch auch 3×3 Pflanze oder Geißfuß genannt – wer ihn als Unkraut bezeichnet, hat diese Pflanze noch nie probiert (die Wurzel sollte nicht gegessen werden).
Im April sprießt Giersch als einer der ersten Vitaminlieferanten nach dem Winter. Seine jungen, zarten Blätter enthalten viel Vitamin C, Magnesium, Eisen und Kalium – ideal für die Frühjahrskur und gegen Frühjahrsmüdigkeit!
Schon im Mittelalter wurde Giersch als „Zipperleinskraut“ zur Linderung von Gicht und Rheuma geschätzt.
Um eine Verwechslungsgefahr auszuschießen mit giftigen Doldenblütlern wie dem Schierling:
Man erkennt ihn relativ einfach an seinen 3 kantigen Stengel und seiner typische dreigeteilte Form der Blätter.
Geruch: Wenn du die Blätter zwischen den Fingern reibst, verströmen sie einen dezenten Duft nach Möhre oder Petersilie.
Schierling hingegen riecht unangenehm nach Urin wie von Mäusen
Giersch (Aegopodium podagraria) wirkt als Heilpflanze entzündungshemmend, harnsäureausschwemmend und stoffwechselanregend, traditionell eingesetzt bei Gicht, Rheuma, Blasen- und Nierenleiden sowie zur Entschlackung, indem er Harnsäure ausleitet. Äußerlich hilft er bei Mückenstichen, kleineren Hautverletzungen und Gelenkschmerzen durch zerdrückte Blätter. Er ist reich an Vitaminen (C, A) und Mineralien (Kalium, Eisen) und wird auch als nahrhaftes Wildgemüse genutzt.
Rezept:
Frühlingsquark mit Giersch
100 g Quark
1-2 Handvoll junge Gierschblätter
Salz & Pfeffer
1 EL natives Olivenöl
AUch andere Frühlingskräuter wie Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Vogelmiere oder Wilder Schnittlauch sind als Beigabe geeignet.
Zubereitung
Die Blätter in zarte Streifen schneiden und in den Quark untermischen. Die Mischung nach eigenem Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. Beim Anrichten mit etwas Olivenöl abschmecken und weiter vermengen.
Einfach lecker und gesund.
Im Herbst beginnt für Wildkräuter der zweite Frühling. Sie treiben nochmal üppig aus, wenn die Temperaturen gemäßigter werden!
Und dann noch:
Lebenskraft und Unbesiegbarkeit: Aufgrund seiner Fähigkeit, selbst aus kleinsten Wurzelstücken immer wieder neu auszutreiben, gilt Giersch heute in der modernen Kräuterspiritualität als Symbol für extreme Lebenskraft, Vitalität und Ausdauer. Er verkörpert das Prinzip der ständigen Erneuerung.
Der „Geißfuß“: Der botanische Name Aegopodium podagraria leitet sich vom griechischen aigeos (Ziege) und podos (Fuß) ab. Im Volksglauben wird die Blattform mit einem Ziegenhuf assoziiert, was ihm Namen wie „Geißfuß“ einbrachte.
Moderne Märchen: In zeitgenössischen Naturmärchen (z. B. von Elke Bräunling) wird der Giersch oft als „rebellisches“ Kraut thematisiert, das sich gegen die Ordnung im Garten auflehnt und seinen Platz neben den gezüchteten Blumen behauptet.
Nationale Sage: Eine Legende besagt, dass der russische Heilige Seraphim von Sarow mehrere Jahre lang in der Einsiedelei lebte und sich fast ausschließlich von Giersch (russisch „Snyt“) ernährte, was dem Kraut in Osteuropa einen fast heiligen Status als „Überlebenskraut“ verlieh
Signaturlehre: Nach der mittelalterlichen Signaturlehre (unter anderem bei Hildegard von Bingen) deutete die Ähnlichkeit der Blattbasis mit einem Ziegenfuß darauf hin, dass die Pflanze gegen Krankheiten hilft, die das Gehen erschweren – insbesondere Gicht (Podagra) und Rheuma