—-Vogelmiere (Stellaria media)

Ein Vogelmieren-Pesto ist besonders beliebt, da die Pflanze als regionales „Superfood“ gilt und durch ihren milden, erbsigen Geschmack perfekt mit Nüssen harmoniert.
Die Vogelmiere ist eine der wenigen Pflanzen, die das ganze Jahr über wachsen und blühen können, sofern der Boden nicht tiefgefroren ist. Wenn sie im Sommer vertrocknen sollte, treibt sie bei Feuchtigkeit wieder aus.

Man kann sie recht gut erkennen an der Ein-Haar-Linie (Stängellinie)

Die Vogelmiere besitzt ein weltweit fast einzigartiges Merkmal am Stängel:

Der Stängel ist rund und wirkt auf den ersten Blick kahl.

Bei genauem Hinsehen findet man jedoch eine einreihige, feine Haarlinie, die am Stängel entlangläuft.

Fassen Sie einen frischen Stängel mit beiden Händen und ziehen Sie ihn ganz vorsichtig auseinander.

Die äußere grüne Schicht reißt, aber im Inneren erscheint ein stabiler, elastischer weißer „Darm“ (das Leitbündel), der sich wie ein Gummiband dehnen lässt, ohne sofort zu reißen.

Blüte und Blätter

Blüten: Die kleinen, weißen Blüten sind sternförmig. Sie haben fünf Kronblätter, die jedoch so tief gespalten sind, dass es auf den ersten Blick wie zehn Blütenblätter aussieht. Die Staubbeutel sind oft violett gefärbt.

Blätter: Die Blätter sind eiförmig bis herzförmig, vorne zugespitzt und stehen sich am Stängel immer paarweise gegenüber (gegenständig).

 

Der giftige Doppelgänger: Acker-Gauchheil

Der Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis) ist schwach giftig (Saponine) und besiedelt oft die gleichen Standorte. 
  • Blüten: Er blüht zinnoberrot, orange oder blau, während die Vogelmiere immer rein weiße Blüten hat.
  • Stängel: Der Gauchheil hat einen vierkantigen Stängel ohne die typische Haarlinie.
  • Blattunterseite: Beim Gauchheil finden sich oft winzige dunkle Drüsenpunkte auf der Unterseite der Blätter.

Mein Lieblingsrezept:

Zutaten

2 gute Handvoll Vogelmiere (frisch geerntet, gewaschen und trocken geschleudert)

50 g Kerne/Nüsse: Geröstete Pinienkerne, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne

50 g Käse: Frisch geriebener Parmesan oder würziger Bergkäse (für Veganer: Hefeflocken)

100–120 ml hochwertiges Öl: Natives Olivenöl oder Rapsöl

1 kleine Knoblauchzehe

Salz, Pfeffer und ein Spritzer Zitronensaft

Zubereitung

  1. Vorbereiten: Die Vogelmiere grob hacken. Die Nüsse in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, bis sie duften.
  2. Mixen: Die gehackte Vogelmiere zusammen mit den abgekühlten Nüssen, dem Knoblauch und der Hälfte des Öls in einen Mixer geben oder mit dem Pürierstab zerkleinern.
  3. Verfeinern: Den Käse unterrühren und das restliche Öl hinzufügen, bis die gewünschte cremige Konsistenz erreicht ist.
  4. Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken. Die Zitrone hilft zudem, die leuchtend grüne Farbe zu erhalten.

Und wie immer: In Maßen genießen!

Und dann noch:

-In der Mythologie wird sie oft als „Stern am Boden“ betrachtet, der die Kraft der Himmelskörper auf die Erde holt.

-Wächterin des Frühlings: Da sie selbst unter Schnee blüht, gilt sie als Botin, die „eingefrorene Gefühle“ löst und den Winter vertreibt.

-In Japan ist sie Teil der Nanakusa-no-sekku (Sieben-Kräuter-Fest), einer Zeremonie, bei der die Pflanzen als Schutzsymbole für Gesundheit und langes Leben verzehrt werden

Die Vogelmiere wird oft mit folgenden „Wunderkräften“ in Verbindung gebracht:

  • Reinigung: Sie gilt als Pflanze für den „inneren Frühjahrsputz“ von Körper und Gemüt.
  • Beständigkeit: Durch ihre enorme Vermehrungskraft (bis zu 20.000 Samen pro Pflanze) steht sie in Geschichten für Fruchtbarkeit und den Triumph des Lebens über widrige Umstände.