Die Physalispflanze habe ich nun im 3. Jahr. Sie wird von Jahr zu Jahr immer größer, schöner und mehr Früchte jedes Jahr. Sie ist ab Ende August das kulinarische Highlight für unsere Gäste.
Meine Erfahrungen: Die Kapstachelbeere ist absolut pflegeleicht und gut schnittverträglich. Schädlinge habe ich in der ganzen Zeit nie entdeckt. Mittlerweile ernte ich jedes Jahr einige Kilo der super schmeckenden Früchte und ich finde, es lohnt sich der Versuch der Überwinterung.
Mein großer Liebling – im Sommer über 3 Meter hoch und ca. 2 Meter breit (mittlerweile steht sie in einem Mörteleimer, damit die Wurzel noch Platz hat). Der Wasserbedarf ist im Sommer enorm, bis zu 15 Liter pro Tag. Sie zeigt es relativ schnell an, wenn sie zu trocken ist- hängende Blätter sind dann das Resultat. Gedüngt wird mit Bananenschalensud und Katzenhaaren in der Erde. Die Physalis steht am Rhododendron, so dass die große Mittagshitze etwas beschattet wird.
Überwinterung: Aufgrund der Größe muss ich jeden Herbst die Äste extrem einkürzen, damit der Platz im Wintergarten eingenommen werden kann. In der kalten Jahreszeit gieße ich max. 1x wöchentlich ca. 5 Liter.
Die Erde ist eine Mischung aus mediterraner Erde und Kübelpflanzenerde.
Vermehrung: Aufgrund der enormen Rückschnitte im Herbst, habe ich letztes Jahr den Stecklinge einfach in Töpfe mit normaler Erde gesteckt und diese auch im unbeheizten Wintergarten belassen. Zu meinem Erstaunen sind über 90% tatsächlich angewachsen.
Essbar sind bei der Kapstachelbeere (Physalis) ist nur die reifen,orangefarbenen Beere . Alle anderen Teile der Pflanze sind giftig.
Wichtig:
- Die Lampion-Hülle: Die papierartige Schutzhülle schützt die Frucht, ist aber ungenießbar und giftig. Sie muss vor dem Essen komplett entfernt werden.
- Unreife Früchte: Solange die Beere noch grün oder gelb-grün ist, enthält sie viel Solanin. Der Verzehr kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen.
- Blätter und Stängel: Das gesamte grüne Kraut der Pflanze ist für Menschen und Haustiere (wie Katzen, Hunde oder Kaninchen) giftig.
Geschichte: Ursprung in den Anden
Die ursprüngliche Heimat der Kapstachelbeere (Physalis peruviana) liegt in den südamerikanischen Anden, vor allem in den Hochlagen der heutigen Länder Peru, Ecuador und Kolumbien.
- Die Inka-Zeit: Schon lange vor der Ankunft der Europäer bauten die Inka und andere Urvölker die Pflanze gezielt an.
- Nutzung: Sie schätzten die Beeren nicht nur als süßes Nahrungsmittel, sondern nutzten sie auch als wichtige Heilpflanze zur Senkung von Fieber
- Die Reise um die Welt (18. & 19. Jahrhundert) Nachdem spanische und portugiesische Seefahrer Südamerika erobert hatten, entdeckten sie auch die Physalis. Wegen ihrer langen Haltbarkeit in der schützenden Hülle eignete sich die Frucht perfekt als Proviant für lange Schiffsreisen.
Der Zwischenstopp in Südafrika: Um das Jahr 1800 brachten Seefahrer die Pflanze nach Südafrika. Dort wurde sie am Kap der Guten Hoffnung großflächig angepflanzt. Weil sie dort fantastisch wuchs und leicht säuerlich wie eine Stachelbeere schmeckte, gaben die Menschen ihr den Namen Kapstachelbeere.
Einzug in Europa: Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts gelangte die Physalis durch botanische Expeditionen nach Europa. Zunächst wurde sie vor allem in botanischen Gärten und privaten Gewächshäusern als exotische Seltenheit bewundert. In Deutschland galt die Frucht lange Zeit als absolute Rarität.