Japanische Begonie, Begonia grandis, Japan-Schiefblatt, Stauden-Begonie

Die meisten Begonien sind frostempfindlich, diese sommergrüne Staude übersteht im Garten Temperaturen von bis zu -12 °C bis zu -18 °C. 

Der Hammer: Die Blüten und Blätter sind essbar und haben einen angenehm säuerlichen Geschmack, der an Sauerampfer erinnert. Echt lecker!

Meine Erfahrung: Ich habe diese tollen Lieblinge im 2. Jahr. Sie haben ihr erstes Jahr im Trog mit einem Holunder sehr gut überstanden. Im Frühjahr dachte ich erst, dass sie nicht wieder austreiben. Der Austrieb kam (für mich gefühlt) recht spät- es war Ende Mai. Immer wenn ich an den Trögen arbeite (ich habe in 2 Trögen jeweils eine japanische Begonie mit einem Holunder) nasche ich von den Blüten und jungen Blättern des japanischen Schiefblatts- kulinarisch ein echter Genuss. Dieses Jahr haben sich die Pflanzen vom Volumen bereits verdoppelt. Wenn das Wachstum so anhält, werden sie im nächsten Jahr eigene Pflanzgefäße bekommen.

Erde: gute Blumenerde mit etwas Sand gemischt

Standort: Die Begonia grandis stehen an einer Mauer und haben im Sommer bis zum frühen Mittag Sonne, im Winter entsprechend kürzer.

Gießen und Düngen: Im Sommer alle 2 Tage kräftig gießen, sobald die Tage kürzer werden, passe ich das Gießen auf max. 1 wöchentlich an. Im Winter wird gar nicht gegossen (auch an frostfreien Tagen nicht). Gedüngt habe ich in diesem Jahr überhaupt nicht und es sind richtig große und tolle Pflanzen geworden. Staunässe unbedingt vermeiden-Gefahr, dass die Knollen matschig werden.

Schneiden: Ich schneide erst im Frühjahr, wenn keine großen Fröste mehr zu erwarten sind. Im Herbst lasse ich das Laub stehen, um Frosteindringen zu vermeiden.

Vermehrung: Die Pflanze bildet im Herbst kleine Brutknöllchen in den Blattachseln, die herabfallen und sich von selbst im Beet vermehren. Man kann größere Exemplare auch -wie andere Begonien- durch Teilung vermehren.

Verwendung: Die Japanische Begonie ist essbar. Sowohl die Blüten als auch die Blätter und Stängel können in der Küche verwendet werden. (Die Wurzel ist nicht zum Verzehr geeignet!)

  • Geschmack: Sie schmeckt erfrischend säuerlich und leicht zitronig, sehr ähnlich wie Sauerampfer oder Rhabarber.
  • Küche: Die rosa oder weißen Blüten eignen sich hervorragend als dekoratives Highlight auf Salaten, Desserts, Bowls oder Suppen. Die jungen Blätter können fein geschnitten in Salate gemischt oder wie Spinat gedünstet werden.

    Rezept: Sommerlicher Ziegenkäse-Salat mit Begonien-Blüten

    Dieses Gericht kombiniert die milde Creme des Ziegenkäses mit der spritzigen, zitronigen Säure der Japanischen Begonie.
    Zutaten (für 2 Personen)
    • 1 Handvoll Blüten der Japanischen Begonie (frisch gepflückt)
    • 4–5 junge, zarte Blätter der Japanischen Begonie
    • 150 g gemischter Blattsalat (z. B. Pflücksalat, Feldsalat oder Rucola)
    • 100 g milder Ziegenfrischkäse oder Ziegenweichkäse-Taler
    • 1 Handvoll Walnusskerne oder Pinienkerne (kurz in der Pfanne angeröstet)
    • 1 EL flüssiger Honig
    Für das Dressing:
    • 3 EL gutes Olivenöl
    • 1 EL milder Apfelessig (oder weißer Balsamico)
    • 1 TL mittelscharfer Senf
    • 1 Prise Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
    Zubereitung
    1. Salat vorbereiten: Den Blattsalat gründlich waschen und trockenschleudern. Die Begonien-Blätter ebenfalls vorsichtig abspülen und in feine Streifen schneiden. Die Blüten kurz ausschütteln (nicht waschen, da sie sonst verkleben).
    2. Dressing mixen: Olivenöl, Apfelessig, Senf, Salz und Pfeffer in einer kleinen Schüssel zu einer homogenen Vinaigrette verrühren.
    3. Anrichten: Den Blattsalat und die in Streifen geschnittenen Begonien-Blätter in einer großen Schüssel mit dem Dressing vermengen und auf zwei Tellern anrichten.
    4. Topping hinzufügen: Den Ziegenkäse in mundgerechte Stücke zupfen oder die Taler kurz im Ofen erwärmen und auf den Salat setzen. Die gerösteten Nüsse darüberstreuen und den Honig in feinen Fäden über den Käse laufen lassen.
    5. Das Finale: Die leuchtenden Begonien-Blüten als letzten Schritt großzügig über den Salat streuen, damit sie frisch und knackig bleiben.
    Geschichte: Obwohl die Pflanze heute im Westen als „Japanische Begonie“ bekannt ist, stammt sie ursprünglich aus China. Dort wächst sie seit Jahrtausenden in den feuchten, schattigen Laubwäldern, Schluchten und Bergregionen (teilweise in Höhen von über 3.000 Metern), was ihr auch ihre außergewöhnliche Kälteresistenz eingebracht hat. Schon im 15. Jahrhundert (während der Ming-Dynastie) wurde die Pflanze in China in großem Stil kultiviert. Neben ihrem Zierwert schätzten die Menschen sie damals auch für ihre medizinischen, zusammenziehenden (astringierenden) Eigenschaften in der traditionellen chinesischen Medizin. Seit ihrer Einführung im 19. Jahrhundert ist sie ein fester, wenn auch immer noch als Geheimtipp geltender Bestandteil europäischer und amerikanischer Schattengärten, da sie als einzige Begonie den harten westlichen Wintern trotzen kann.
    In ihrer asiatischen Heimat hat die japanische Begonie eine lange Tradition als Heilpflanze. Vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird sie seit Jahrhunderten geschätzt und genutzt. Moderne pharmakologische Untersuchungen bestätigen, dass die Pflanze reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden, Polyphenolen und Steroiden ist, die verschiedene medizinische Wirkungen entfalten.
    Medizinische Wirkungen und Anwendungsbereiche
    • Leberschützende Wirkung (Hepatoprotektion): Dies ist eine der wissenschaftlich am besten dokumentierten Eigenschaften von Begonia grandis. Extrakte aus der Pflanze zeigen in Studien eine antioxidative Schutzwirkung auf die Leberzellen, ähnlich dem bekannten Wirkstoff Silymarin aus der Mariendistel. 
    • Entzündungshemmend & Schmerzlindernd: In der Volksmedizin werden die Blätter zerstoßen und äußerlich als Umschlag auf die Haut aufgetragen. Dies hilft, Schwellungen, Entzündungen, Muskelkrämpfe und Schmerzen zu lindern. 
    • Blutstillend & Fiebersenkend: In der TCM wird die Pflanze traditionell eingesetzt, um innere Blutungen zu stillen, Menstruationsbeschwerden zu regulieren und Fieber zu senken (aufgrund ihrer „kühlenden“ Eigenschaften). 
    • Antioxidativer Zellschutz: Die in den Blättern und Stängeln enthaltenen Antioxidantien fangen freie Radikale im Körper ein und schützen das Gewebe vor oxidativem Stress.
    Wichtiger Sicherheitshinweis
    Obwohl sie in der asiatischen Naturheilkunde tief verwurzelt ist, wird die Japanische Begonie in der westlichen Schulmedizin nicht als Standard-Arzneimittel eingesetzt. Wegen des hohen Gehalts an Oxalsäure sollten größere Mengen niemals bei bestehenden Nierenproblemen oder Nierensteinen eingenommen werden. Für Haustiere (Hunde, Katzen, Kleinsäuger) sind Begonien zudem aufgrund der Schleimhautreizung durch Calciumoxalat-Kristalle giftig.