Passionsblume (Passiflora) sind faszinierende Kletterpflanzen mit außergewöhnlichen Blüten. Ich habe meine Exemplare seit Jahren im Wintergarten. Im Sommer bilden sie unterm Dach einen natürlichen Sonnenschutz.
Meine Erfahrungen: Seit Jahren wohnen diese tollen grünen Mitbewohner im Wintergarten im Kübel. Absolut pflegeleicht, wunderschön, einige mit essbaren Früchten, andere einfach nur eine Augenweide. Von Jahr zu Jahr werden sie immer größer und schöner.
Standort: Bei mir stehen die Passionsblumen ganzjährig im Wintergarten (Wind und regengeschützt in praller Sonne) und begrünen die Wände und dienen als Sonnenschutz. Auch wenn man sagt, dass einige Sorten im Winter zwingend ins Haus sollten, überstehen meine Lieblinge die Winter im unbeheizten Wintergarten. Ab und an erfrieren sie zum Teil oberirdisch, treiben aber im Frühjahr wieder unermüdlich aus.
Gießen und Düngen: Im Sommer reichlich gießen, sie haben richtig Durst. Im Winter etwa alle 2 Wochen mäßig. Gedüngt wird mit Hornspänen und Katzenhaare in der Erde. Auf die empfindlichen Wurzeln achtgeben.
Schneiden: Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr oder wenn man die Pflanze im Kübel ins Haus holt auch im Herbst ist möglich.
Vermehrung: Die geschnittenen Stecklinge ins Wasser stellen an einem warmen Platz ohne Sonne. Oder man ritzt einen Ast leicht an, drückt diesen auf die Erde (evtl. mit einen Stein fixieren) und warten bis sich hier Wurzeln bilden.
Verwendung:
Die Passionsblume ist ein echtes Multitalent. Ihre Verwendung reicht von der Naturheilkunde bei Schlafstörungen bis hin zum kulinarischen Genuss und der Gartengestaltung.
- Häufige Anwendungsgebiete: Einschlafstörungen, nervöse Unruhe, Angstzustände, Prüfungsangst und stressbedingte Magen-Darm-Beschwerden.
- Darreichungsformen: Die getrockneten Blätter werden als Tee aufgebrüht. In Apotheken und Drogerien gibt es zudem standardisierte Extrakte in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen (oft kombiniert mit Baldrian, Melisse oder Hopfen).
- Maracuja & Passionsfrucht: Die Früchte der Passiflora edulis werden frisch ausgelöffelt oder zu Saft, Limonade, Eis und Desserts verarbeitet.
- Granadilla & Curuba: Andere tropische Arten wie Passiflora ligularis (Süße Granadilla) oder Passiflora tarminiana (Bananen-Passionsblume) liefern ebenfalls essbare, süß-säuerliche Früchte.
- Hinweis: Die Früchte unserer klassischen Garten-Passionsblume (Passiflora caerulea) sind zwar theoretisch essbar, schmecken aber meist fade und können in größeren Mengen roh zu Magenbeschwerden führen.
- Sichtschutz: An Spalieren, Zäunen oder Pergolen wächst sie im Sommer zu einem dichten, grünen Sichtschutz heran.
- Fassadenbegrünung: Winterharte Sorten können in milden Regionen Hauswände verschönern.
- Zimmer- & Wintergartenpflanze: Nicht winterharte, tropische Arten setzen das ganze Jahr über exotische Akzente im Haus.
Rezept:
- 4 frische Maracujas (oder alternativ 100 ml Maracujasaft / Direktsaft)
- 200 g Schlagsahne
- 250 g Magerquark oder Mascarpone
- 50 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- Optional: 2 Blatt Gelatine (für mehr Standfestigkeit)
- Fruchtfleisch vorbereiten: Die Maracujas halbieren und das Fruchtfleisch mitsamt den Kernen mit einem Löffel herauskratzen. Ein Drittel davon für die Dekoration beiseitelegen.
- Creme anrühren: Den Quark (oder die Mascarpone) mit dem Puderzucker, dem Vanillezucker und zwei Dritteln des Maracujafleischs verrühren.
- Sahne unterheben: Die Schlagsahne steif schlagen und vorsichtig unter die Quarkmasse heben.
- Kühlen & Servieren: Die Mousse in Gläser füllen, das restliche Maracujafleisch als Topping darauf verteilen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kaltstellen.
Geschichte: Die Geschichte der Passionsblume ist eine faszinierende Reise, die von den indigenen Völkern Amerikas über die spanischen Eroberer bis hin zu modernen medizinischen Laboren reicht.
- Als Nahrung: Stämme wie die Tupi im Amazonasgebiet schätzten die Früchte sehr. Sie nannten sie „Mara-cuja“, was übersetzt „Speise aus dem Gefäß“ bedeutet (woraus unser heutiges Wort Maracuja entstand).
- Als Heilmittel: Völker wie die Cherokee in Nordamerika nutzten die Wurzeln der Passiflora incarnata für Umschläge bei Entzündungen oder brauten daraus schmerzlindernde Tees