

Pepino (Solanum muricatum), Melonenbirne
Ich habe meine Pepino seit Jahren. Von Jahr zu Jahr wird sie schöner, größer und kräftiger. Die Blüten sine ein echter Blickfang und die Früchte überzeugen absolut durch die Konsistenz und den unglaublichen Geschmack.
Meine Erfahrungen: Die erste Melonenbirne, die ich hatte- dies ist Jahre her, hat leider die Überwinterung durch zu vieles Gießen nicht überlebt. Im Folgejahr habe ich mir erneut so ein tolles Exemplar geholt. Im Sommer viel Wasser und im Winter genau das Gegenteil- das ist aus meiner Sicht, der richtige Pflegeweg. Wenn im Herbst (ich hole meinen Liebling bei ca. 6 Grad in der Nacht rein) die Pepino den Weg in den Wintergarten findet, kürze ich die gesamte Pflanze auf ca. 50cm ein und die noch nicht reifen Früchte lege ich in die Küche in eine Tüte zusammen mit einem Apfel zum Nachreifen.
Erde: Mischung aus Gemüse- und Blumenerde:
Standort: Im Sommer sonnig, geschützt (bei mir steht dieser Exot geschützt unter der winterharten Bananenstaude) und im Winter im unbeheizten Wintergarten.
Gießen und Düngen: Im Sommer reichlich Wasser mit wöchentlichen Bananenschalensud als Beigabe, im Winter gilt weniger ist mehr (am besten die Daumenprobe machen).
Schneiden: Obwohl man sagt, dass man die Solanum muricatum (sie ist verwand mit der Tomate) wie die Tomate pflegen kann, geize ich weder diese Schönheit noch meine Tomaten aus. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie deshalb kleinere oder weniger Früchte reifen lässt.
Vermehrung: Wenn ich die Pflanze im Herbst zurückschneiden muss, stelle ich diese Stecklinge in Wasser ins Zimmer- hell ohne direkte Sonne. Wenn die Wurzelbildung bei ca. 6cm angekommen ist, setze ich den „Kindergarten“ in Anzuchterde und weiterhin relativ warm bis die Eisheiligen vorbei sind. Eine Vermehrung durch Samen ist auch möglich, aber aus meiner Sicht deutlich aufwendiger.
Verwendung:
- Pur zum Auslöffeln: Halbiere die Frucht, entferne die wenigen weichen Samen in der Mitte mit einem Löffel und löffele das saftige Fruchtfleisch direkt aus der Schale (ähnlich wie eine Kiwi oder Melone).
- Im Obstsalat: Schäle die Frucht dünn ab, schneide das Fruchtfleisch in Würfel und mische es unter deinen Obstsalat. Sie harmoniert besonders gut mit Erdbeeren, Beeren und Zitrusfrüchten.
- Als exotische Vorspeise: Pepino in Spalten schneiden und in hauchdünnen Landschinken oder Parmaschinken wickeln. Das ist eine tolle, erfrischende Alternative zum klassischen Klassiker „Melone mit Schinken“.
- Für Smoothies und Bowls: Püriere das Fruchtfleisch für tropische Smoothies oder nutze die Würfel als saftiges Topping auf deinem Müsli oder deiner Joghurt-Bowl.
- Süße Desserts: Pepino-Würfel passen wunderbar zu Vanilleeis, Waffeln oder können zu einer feinen Marmelade oder Chutney eingekocht werden.
Hinweis: Die Schale ist zwar ungiftig, wird aber bei reifen Früchten oft etwas lederartig, fest und schmeckt leicht bitter.
Rezept süß-pikantes Pepino-Chutney
(die perfekte Möglichkeit, um eine größere Ernte zu verwerten. Es schmeckt hervorragend zu Grillfleisch, Käseplatten, Reisgerichten oder einfach als Dip zu Nachos.)
Zutaten:
- Hauptzutat: 500 g Pepino-Fruchtfleisch (geschält und entkernt)
- Für die Basis: 1 große rote Zwiebel und 1 Knoblauchzehe
- Für die Säure: 80 ml Apfelessig (oder weißer Balsamico)
- Für die Süße: 100 g brauner Zucker (oder Gelierzucker 2:1)
- Für die Würze: 1 kleines Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm)
- Schärfe (optional): 1 kleine rote Chilischote (ohne Kerne)
- Gewürze: 1 Prise Salz, je 1/2 TL Kreuzkümmel (Kumin), Korianderpulver und Senfkörner
- Vorbereiten: das Pepino-Fruchtfleisch und die rote Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch, den Ingwer und die Chilischote sehr fein hacken.
- Anschwitzen: Erhitze etwas Öl in einem Topf. Dünste die Zwiebel-, Knoblauch- und Ingwerwürfel darin glasig an. Gib die Gewürze (Kreuzkümmel, Koriander, Senfkörner) kurz hinzu, bis sie anfangen zu duften.
- Köcheln: Füge die Pepino-Würfel, den Chili, den braunen Zucker und den Essig hinzu. Rühre alles gut um. Lass das Chutney bei mittlerer Hitze ohne Deckel für etwa 20 bis 25 Minuten leicht köcheln, bis die Flüssigkeit sirupartig eindickt und die Früchte weich sind.
- Abfüllen: Schmecke das Chutney mit einer Prise Salz ab. Gieße das kochend heiße Chutney sofort in saubere, ausgekochte Schraubgläser. Verschließe sie direkt und lass sie auf dem Kopf stehend abkühlen.
Das Chutney ist ca. 6 Monate haltbar- einfach lecker!
Geschichte: Die Geschichte der Pepino ist lang und faszinierend. Sie reicht weit zurück in die Zeit vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer. Die Pepino stammt ursprünglich aus den Andenregionen Südamerikas, genauer gesagt aus den Bergkernen von Kolumbien, Ecuador und Peru.
Heimat der Inka: Die Ureinwohner dieser Regionen, darunter die Inka, bauten die Pflanze schon vor Tausenden von Jahren als wichtiges Nahrungsmittel an.
- In der Sprache der Inka (Quechua) hieß die Frucht eigentlich Kachun.
- Die Spanier fühlten sich durch das saftige, erfrischende Fruchtfleisch und die Form jedoch stark an eine Salatgurke erinnert.
- Deshalb nannten sie die Frucht kurz „Pepino“ (das spanische Wort für Gurke) oder „Pepino Dulce“ (süße Gurke).
Heute wird die Pepino weltweit in passenden Klimazonen angebaut – von Südamerika über Neuseeland bis hin zu Mittelmeerländern wie Spanien.
Wie man aber sehen kann, funktioniert der Anbau auch bei uns.