Papaya-Begonie (Begonia sutherlandii ‚Papaya‘)

Ich habe diesen kleinen Schatz jetzt bereits im 3. Jahr. Selten ist mir eine so pflegeleichte, genügsame und „freundliche“ Pflanze begegnet. Und das Beste: Die Blüten und jungen Blätter schmecken tatsächlich nach ihrem Namen. Sie sind ein wahres Geschmackserlebnis und das abendliche kulinarische Highlight , wenn ich zwischen den Flach- und Tiefwurzlern schlendere.

Meine Erfahrungen: Sie ist eine wirkliche Begonie, d.h. ich habe sie in einer Ampel aus Kokosfaser um Staunässe zu vermeiden, im Winter zieht sie sich in die Knolle zurück und recht spät (etwas Mitte Mai) treibt die Pflanze dann wieder aus.

Jetzt von Vorne: Ab Ende Mai wandert die Begonia sutherlandii in den Garten und hängt unter der Korkenzieherweide im Schatten, etwas Regengeschützt und windgeschützt (dieser Platz scheint ideal zu sein-Jahr für Jahr wird sie immer schöner und größer. Bis die Temperaturen unter 8 Grad fallen ist Sommerurlaub angesagt.

Überwinterung: Unter 8 Grad Nachttemperatur (man sagt mit Winterschutz wäre sie auch winterhart- das Risiko gehe ich nicht ein) hole ich die Begonie in den Wintergarten und hänge sie unter das Dach (man kann die Pflanze auch gut im Keller „lagern“, da sie ihre Blätter abwirft und sich komplett zurück zieht in die Knolle. Dann und wann bekommt die Erde einige Tropfen regenwasser- aber eher zu wenig als zu viel.

Die Erde ist normale gute Erde, so dass ich die Blüten bedenkenlos esse kann. Gedüngt wird diese Schönheit eher selten, wenn dann mal einige Tropfen Bananenschalensud.

Vermehrung: Man kann zwar die Knolle bei entsprechender Größe teilen- ich bin kein Freund davon, da die Verletzungsgefahr für die Knolle erheblich ist. Stecklinge, die ins Wasser gestellt werden und nach ca. 2 Wochen Wurzeln treiben, ist aus meiner Sicht die humanere Alternative. Oder Vermehrung über Brutknöllchen – die natürliche Methode. Die Papaya-Begonie bildet im Spätsommer oft von ganz allein kleine Mini-Knollen in den Blattachseln (dort, wo die Blätter am Stängel sitzen). Diese winzigen Knöllchen fallen im Herbst von selbst ab oder lassen sich leicht pflücken. Überwintert werden sie trocken und kühl zusammen mit der großen Mutterknolle. Im nächsten Frühling drückt man die Mini-Knöllchen einfach flach auf feuchte Erde. Sie wachsen rasch zu komplett neuen Pflanzen heran.

Essbare Pflanzenteile :
  • Die Blüten: Sie sind die beliebteste Zutat. Mit ihrer leuchtend orangen Farbe eignen sie sich hervorragend als knackige, saure Dekoration auf sommerlichen Salaten, frisch belegten Broten, Suppen oder auch auf süßen Desserts wie Torten und Eis.
  • Die Blätter: Auch die jungen, grünen Blätter können verzehrt werden. Sie bringen ebenfalls eine feine Säure in den Salat (erfrischend säuerlichen Geschmack, der ein wenig an Sauerklee oder Zitrone erinnert)

Wichtiger Hinweis: Oxalsäure: Begonien enthalten (genau wie Rhabarber oder Sauerampfer) Oxalsäure und Calciumoxalate. Man sollte sie daher nur in Maßen (z. B. als Gewürz oder Deko) genießen. Menschen mit Rheuma, Gicht oder Nierensteinen sollten vorsichtshalber darauf verzichten.

Rezept: Sommerlicher Blattsalat mit Begonien-Blüten
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten
Portionen: 2 Personen

Für den Salat:

  • 1 große Handvoll frische Blüten der Papaya-Begonie (ungespritzt versteht sich von selbst !)
  • 4 bis 5 junge Begonien-Blätter (fein gehackt)
  • 150 g gemischter Blattsalat (z. B. Feldsalat, Pflücksalat oder Babyspinat)
  • 100 g Ziegenfrischkäse oder milder Feta
  • 1 kleine Handvoll Walnusskerne oder Pinienkerne (kurz in der Pfanne geröstet)
  • Optional: Ein paar frische Erdbeeren oder Himbeeren für eine fruchtige Note

Für das milde Dressing:

  • 3 EL gutes Olivenöl
  • 1 EL flüssiger Honig (oder Agavendicksaft)
  • 1 EL Wasser
  • 1 Prise Salz und etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Man braucht keinen Essig oder Zitronensaft im Dressing, da die Begonien-Blüten schon die perfekte, erfrischende Säure mitbringen!
Zubereitung
Den Blattsalat gründlich waschen und trockenschleudern. Die Begonien-Blüten und -Blätter vorsichtig in kaltem Wasser schwenken und auf einem Küchentuch sanft trocken tupfen. Die jungen Begonien-Blätter in feine Streifen schneiden. Den Ziegenkäse oder Feta mit den Fingern in kleine Stücke zupfen. Wenn man Früchte nutzt, diese halbieren oder vierteln. Den Blattsalat zusammen mit den gehackten Begonien-Blättern in eine große Schüssel geben. Olivenöl, Honig, Wasser, Salz und Pfeffer in einer kleinen Tasse gut verrühren, bis eine glatte Soße entsteht. Das Dressing über den Salat geben und vorsichtig unterheben. Den Salat auf Tellern anrichten.
Das Highlight: Den Käse, die gerösteten Nüsse (und eventuell die Früchte) darüberstreuen. Zum Schluss die wunderschönen, orangefarbenen Begonien-Blüten großzügig als Dekoration obenauf setzen.
Sofort servieren und die Kombination aus optischer Schönheit und dem knackig-sauren Geschmack der Blüten genießen!
Geschichte: Die Entdeckung in Afrika 1964 – die wilde Urform der Pflanze stammt aus den feuchten, schattigen Bergregionen im südlichen und östlichen Afrika (vor allem aus Südafrika, Tansania und der ehemaligen Provinz Natal). Dort wächst sie oft in Höhen von bis zu 1.500 Metern an feuchten Felswänden oder überhängend an Bachläufen.
Im Jahr 1864 wurde die Pflanze von Dr. Peter Cormack Sutherland (1822–1900) entdeckt. Sutherland war ein schottischer Arzt, Geologe und Vermessungsingenieur, der zuvor sogar an Arktis-Expeditionen auf der Suche nach verschollenen Schiffen teilgenommen hatte. Später zog er nach Südafrika und sammelte dort faszinierende, bis dahin unbekannte Pflanzen.
Erst in den letzten Jahren hat sie als essbare Dekoration in der modernen Küche gefunden.