Käsepflanze

 

Das Käsekraut / Käsepflanze – „veganes Camembert-Kraut“-(Paederia lanuginosa, auch „La Mo Long“)

Der botanische Name verrät viel über die Eigenschaften der Pflanze:
  • Paederia: Abgeleitet vom lateinischen Wort paedor (für „Gestank“ oder „Schmutz“), was auf den strengen, schwefeligen Geruch anspielt, den die Blätter beim Zerreiben freisetzen.
  • lanuginosa: Bedeutet „wollig“ oder „behaart“ und bezieht sich auf die feinen, weichen Härchen, die die Triebe und Blätter bedecken

Meine Erfahrungen: Ich habe diese Pflanze nun bereits mehr als 10 Jahre ganzjährig im Wintergarten. Sie hat mittlerweile eine ganze Wand berankt und klettert nun über Seile am Dach entlang.

La Mo Long zeigt relativ schnell einen Wassermangel an, indem die Blätter nach unten hängen und völlig kraftlos wirken. Nach einer opulenten Wassergabe richtet sie sich relativ schnell wieder auf. Ich muss immer aufpassen, dass sie ihre Nachbarn nicht „erwürgt“. Im Sommer können es schon Mal 6 -10 LIter pro Tag sein.

Entgegen der Meinung, dass das Käsekraut warm überwintert werden muss, steht meine Schönheit auch im Winter im unbeheizten Wintergarten.

Wenn man die Blätter berührt, riechen diese sehr kraftvoll nach Camembert und die  Blätter sind geschmacklich auch so, jedoch deutlich milder und cremiger als der Geruch.

Ich mische im Frühjahr immer wieder Schafwolle oder das ausgekämmte Fell meiner beiden Langhaarkatzen mit Erde.

Sie ist gut schnittverträglich und die Vermehrung ist einfach- die geschnittenen Pflanzenteile ins Wasser stellen und nach ca. 2 Wochen bilden sich die Wurzeln.

In der Küche kann man die jungen Blätter roh verwenden oder zu Gerichten mit zu geben (erst am Ende der Kochzeit, da sonst das Aroma zerstört wird. Gut geeignet für Dips,  Salate, Brotbelag und Fleichgerichte.

Rezept Käsepflanzen-Frischkäse-Dip

  • 3 bis 5 frische Blätter der Käsepflanze (je nach gewünschter Intensität)
  • 200 g Frischkäse (Natur) oder Quark (Halbfettstufe)
  • 1 EL Crème fraîche oder Schmand (macht den Dip cremiger)
  • 1 kleiner Schuss Zitronensaft (für die Frische)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Optional: 1/2 kleine Knoblauchzehe (fein gerieben) oder etwas Schnittlauch
  • Servieren: ein paar ganze Blätter als Dekoration, so kommt die rot-violette Blattunterseite besonders schön zur Geltung.

Geschichte:

In der asiatischen Volksmedizin wird die Pflanze seit Jahrhunderten hoch geschätzt. 
  • Verdauung: Traditionell gilt sie als hervorragendes Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Durchfall und Krämpfe. 
  • Essen-Begleiter: In Vietnam werden die Blätter oft gezielt zu sehr fettigen, schweren oder fermentierten Mahlzeiten gereicht, um die Proteinverdauung zu unterstützen. 
  • Weitere Anwendungen: Der Saft zerriebener Blätter wird in der Naturheilkunde zudem äußerlich bei Hautausschlägen verwendet. Auch bei Entzündungen und Gelenkschmerzen (wie Arthritis) wird ihr eine lindernde Wirkung nachgesagt.

Ursprung:

  • Heimat: Die Pflanze stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens, insbesondere aus Vietnam (wo sie Lá mơ lông genannt wird), Thailand sowie aus dem Südwesten Chinas (Region Yunnan). 
  • Familie: Sie gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Damit ist sie überraschenderweise mit dem Kaffeestrauch, dem Waldmeister und dem Labkraut verwandt. 
  • Wuchs in der Natur: In ihrer tropischen Heimat wächst sie als extrem schnellwüchsige, mehrjährige Liane in lichten Wäldern und kann dort an Bäumen bis zu 12 Meter hoch klettern