Guave, Guava
Ich habe meine Guaven (echte Guave, Ananasguave, brasilianische Guave) seit Jahren, sie gehört zur Familie der Myrtengewächse und sind tolle und dankbare Wegbegleiter, mit Früchten, die mal anders sind.
Meine Erfahrungen: Im Sommer stehendiese mittlerweile kleinen Bäumchen bzw. schon große Büsche auf der Terasse direkt in der Sonne. In dieser Zeit benötigen sie viel Wasser und ich dünge mit Bananenschalensud und Kräutermischungen. Im Winter wohnen sie im unbeheizten Wintergarten und bekommen deutlich weniger Wassergaben. Ich hätte immer gesagt, das diese Naturburschen nicht wirklich von Schädlingen befallen werden- bis zum vergangene Winter. An meiner mittlerweile über 2 Meter hohen und 10 Jahre alten echten Guave machten sich Spinnmilben breit. Ich habe -denke ich- den Befall nicht gleich mitbekommen. Nachdem ich nun diese Schändlinge bekämpft habe und auch relativ viel an dieser Pflanze rausschneiden musste, steht sie nun im Freien und erholt sich sichtlich. Nur Früchte werde ich wohl dieses Jahr von diesem Mitbewohner nicht ernten können.
Die Erde mische ich aus Zitruserde, Kübelpflanzenerde und Sand. Nach dem Ausbürsten meiner vierbeinigen Mitbewohnerinnen stecke ich die Katzenhaare ebenfalls in die Erde.
Vermehrung durch Stecklinge idealer Weise in Anzuchterde mit einer durchsichtigen Haube klappt gut.
Die Früchte sind eine Mischung aus Birne, Erdbeere und Quitte – süß-säuerlich und sehr aromatisch. Man kann die Schale durchaus mit essen.
- Rohverzehr: Halbieren und auslöffeln oder wie einen Apfel mit Schale essen.
- Verarbeitung: Ideal für Smoothies, Säfte, Marmeladen, Gelees oder Desserts.
- Gojabada: Eine in Südamerika sehr beliebte, dicke Guavenpaste, die häufig zusammen mit Käse gegessen wird.
Rezept Tropischer Guaven-Erdbeer-Smoothie:
- 2 reife Guaven (gewaschen und gewürfelt)
- 150 g Erdbeeren (frisch oder TK)
- 1 reife Banane (für die Cremigkeit)
- 200 ml Kokoswasser (alternativ Mandelmilch oder Orangensaft)
- 1 Spritzer Limettensaft
Medizin: Der Aufguss aus Guavenblättern (Guavenblättertee) ist weltweit eines der bekanntesten Naturheilmittel gegen akuten Durchfall, Ruhr und Magenkrämpfe.
Klinische Studien zeigen, dass Guavenblättertee bestimmte Enzyme (Alpha-Glucosidasen) hemmt, die Kohlenhydrate in Zucker aufspalten. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen weniger stark an. In Ländern wie Japan ist Guavenblättertee offiziell als gesundheitsförderndes Lebensmittel für Diabetiker zugelassen.
Das Kauen frischer Blätter oder das Gurgeln mit dem Absud hilft bei Zahnschmerzen, Zahnfleischbluten und Entzündungen im Rachenraum. Die stark antibakterielle Wirkung bekämpft Plaque-Bakterien
Geschichte:Die Guave stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika, dem Gebiet zwischen dem heutigen Südmexiko, Mittelamerika und Brasilien.
Archäologische Funde in Peru belegen, dass die Frucht dort bereits um 800 v. Chr. von indigenen Völkern kultiviert und als Nahrung genutzt wurde.
Hochkulturen wie die Maya und Azteken schätzten die Guave nicht nur als nährstoffreiches Lebensmittel. Sie nutzten die Rinde, Blätter und unreifen Früchte intensiv in ihrer traditionellen Medizin, etwa zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen.