Koreanische Glockenblume ,(Campanula takesimana),„Insel-Laternenblume“, 

Ich habe die Korea-Glockenblume seit Jahren im Garten (in einem Kübel-sie neigt dazu, sich relativ schnell auszubreiten) und diese Schönheit blüht Jahr für Jahr, ist ein wahrer Insektenmagnet und das Beste, alle Teile sind essbar. Der koreanische Name: Seomchorongkkot bedeutet übersetzt „Insel-Laternenblume“, was auf die charakteristisch hängenden Blüten anspielt.

Meine Erfahrungen: Bereits nach einem Jahr im Kübel, hat sie geblüht. Die Blüten sind eine Schönheit an sich. Die Glockenblume ist tatsächlich absolut winterhart, auch im Kübel ohne Frostschutz. Entgegen der Aussagen, die ich immer wieder lese- sie verträgt keine Staunässe, kann ich das nicht bestätigen. An heißen Tagen gieße ich so viel, dass im Untersetzer Wasser steht und ich habe das Gefühl, dass ihr das gut tut. Wenn man die verblühten Teile abschneidet, besteht die Möglichkeit einer zweiten Blüte (je nach Witterung).

Erde: ich nehme ganz normale Erde, gedüngt habe ich sie bis Dato lediglich mal mit Bananenschalensud, wobei ich das Gefühl habe, weniger ist bei der Campanula takesimana mehr.

Standort: bei mir steht ein Exemplar vormittags in voller Sonne und ab Mittag im Halbschatten und die Andere in voller Sonne. Die Pflanze mit Halbschatten blüht länger.

Vermehrung: Man kann die „Insel-Laternenblumedurch Samen und Stecklinge vermehren- ich bevorzuge jedoch die Wurzelteilung. Dadurch hat man schön kräftige und „erwachsene“ Exemplare.

Und nun das Beste: Im Gegensatz zu vielen reinen Zierstauden sind bei dieser Art alle Pflanzenteile essbar. Sie ist in unseren Breitengraden noch recht unbekannt. In ihrer asiatischen Heimat und zunehmend nun auch in europäischen Küchengärten gilt sie als kulinarische Delikatesse.

  • Blätter: Die jungen, grünen Blätter besitzen einen milden Geschmack. Sie lassen sich hervorragend wie Spinat dünsten, in Wok-Gerichten verarbeiten oder roh als Basis für knackige Wildkräutersalate nutzen. 
  • Blüten: Die großen, auffälligen Glockenblüten sind ein optisches Highlight. Sie eignen sich perfekt als essbare Dekoration auf Nachspeisen, Salaten oder kalten Platten. 
  • Wurzeln: Die fleischigen Wurzeln können im Herbst geerntet werden. Gekocht oder gebraten erinnern sie geschmacklich an Pastinaken oder Schwarzwurzeln
In der koreanischen Küche ist die Wurzel der Glockenblume unter dem Namen Doraji bekannt und gilt sowohl als Delikatesse als auch als Heilmittel. Sie hat einen leicht bitteren, erdigen Geschmack und wird traditionell für die Zubereitung von Banchan (koreanischen Beilagen) verwendet. 
Bevor man die Wurzeln kocht, müssen getrocknete Wurzeln über Nacht in Wasser eingeweicht werden. Um die Bitterstoffe zu reduzieren, knetet man die eingeweichten oder frischen Wurzelstreifen kräftig mit reichlich grobem Salz durch und spült sie danach gründlich ab.
Rezept Doraji Namul (Milde, gebratene Glockenblumenwurzel)
Zutaten: 200 g vorbereitete Doraji-Wurzelstreifen, 1 fein gehackte Frühlingszwiebel, 1 TL gehackter Knoblauch, 1 EL Pflanzenöl, 1 TL geröstetes Sesamöl, ½ TL Salz, ½ TL Zucker, 1 TL Sesam

Zubereitung:

  1. Bringen Sie Wasser zum Kochen und blanchieren Sie die Wurzelstreifen für etwa 2 Minuten. Danach kalt abschrecken und gut abtropfen lassen.
  2. Erhitzen Sie das Pflanzenöl in einer Pfanne und braten Sie den Knoblauch sowie die Doraji-Wurzeln bei mittlerer Hitze für 3 bis 5 Minuten an, bis sie leicht weich werden.
  3. Schmecken Sie das Gemüse mit Salz und Zucker ab.
  4. Schalten Sie den Herd aus und rühren Sie die Frühlingszwiebeln und das Sesamöl unter. Vor dem Servieren mit geröstetem Sesam bestreuen.

Lecker!

Geschichte: Die Koreanische Glockenblume (Campanula takesimana, auf Koreanisch: 섬초롱꽃, Seomchorongkkot) verbindet eine faszinierende botanische Herkunft mit einer tiefen Verwurzelung in der Kultur Ostasiens. Die Pflanze ist auf der südkoreanischen Vulkaninsel Ulleungdo zu Hause.

In ihrer Heimat ist die Glockenblume keineswegs nur eine Zierpflanze. 
  • Hungersnot-Retter: Historisch dienten die dicken, nährstoffreichen Wurzeln in kargen Zeiten als wichtiges Überlebensmittel.
  • Traditionelle Delikatesse: Heute gelten die Wurzeln in der koreanischen Küche als Spezialität. Die Blätter werden gern als Salat gegessen.

Mein Geheimtipp und ausnahmslos zu empfehlen.